Schritt 3 · Behandlung
Therapie bei akuter infektiöser Gastroenteritis
Die Behandlung einer akuten infektiösen Gastroenteritis bei Säuglingen, Kindern und Jugendlichen richtet sich vor allem nach dem Schweregrad der Beschwerden und dem Flüssigkeitsverlust.
Die Basistherapie: unverzichtbar nach den Leitlinien
Im Mittelpunkt steht eine Basistherapie, die den zentralen und unverzichtbaren Bestandteil der Behandlung gemäß den medizinischen Leitlinien bildet:
- Ausgleich von Flüssigkeits- und Salzverlusten (orale Rehydratationslösungen, bei Bedarf intravenöse Flüssigkeitstherapie),
- altersgerechte, leicht verträgliche Ernährung, sobald das Kind wieder trinken und essen kann,
- sorgfältige Beobachtung des Allgemeinzustands und möglicher Zeichen einer Austrocknung (Dehydratation).
Zusätzliche Medikamente: eine ärztliche Entscheidung
In ausgewählten Fällen kann der behandelnde Arzt entscheiden, zusätzlich bestimmte Medikamente einzusetzen, um den Krankheitsverlauf zu beeinflussen oder Beschwerden zu lindern. Hierzu zählen unter anderem:
- Racecadotril – ein antisekretorischer Wirkstoff, der den Flüssigkeitsverlust über den Darm verringern kann,
- Antiemetika – Wirkstoffe, die kurzfristig bei starkem Erbrechen eingesetzt werden können,
- je nach Situation weitere unterstützende Maßnahmen, etwa bestimmte Probiotika in definierten Konstellationen.
Welche dieser Optionen im Einzelfall in Frage kommt, hängt vom individuellen Zustand des Kindes und der Einschätzung des Arztes ab. Die hier genannten Möglichkeiten stellen eine vereinfachte Übersicht dar und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ob eine medikamentöse Therapie notwendig ist und welcher Wirkstoff geeignet ist, entscheidet ausschließlich der behandelnde Arzt bzw. die behandelnde Ärztin. Die Therapie orientiert sich an den aktuellen medizinischen Leitlinien und der individuellen Situation des Kindes.
Für medizinische Fachkreise
Vollständige Produkt- und Fachinformationen, Dosierungstabellen und die Studienlage stehen registrierten Fachkreisen in unserem geschützten Bereich zur Verfügung.
Kurz beantwortet
Häufige Fragen
Der Ausgleich des Flüssigkeits- und Salzverlusts mit einer standardisierten Elektrolytlösung (ORS) – das ist die Basis jeder Behandlung nach den medizinischen Leitlinien.
In ausgewählten Fällen kann der behandelnde Arzt entscheiden, zusätzlich bestimmte Medikamente einzusetzen. Ob eine medikamentöse Therapie notwendig ist und welcher Wirkstoff geeignet ist, entscheidet ausschließlich die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt.
Nein – der Ausgleich von Flüssigkeits- und Salzverlusten bleibt immer die Grundlage der Behandlung. Eine medikamentöse Behandlung kann sie nur ergänzen.
- S2k-Leitlinie akute infektiöse Gastroenteritis im Säuglings-, Kindes- und Jugendalter der Gesellschaft für pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung (GPGE), Version 4.1, Juni 2024, AWMF-Registernummer 068/003.